Dr. Jeblinger - Lexikon

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Welche Füllung ist die beste?
Wieso wird eine Füllung ersetzt, wenn ich nichts spüre?

Dies sind wohl die am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um Füllungsmaterialien oder das Ersetzen einer Füllung ("Plombe") geht. Die Antwort kann sehr pauschal wie folgt formuliert werden: Jede Füllung, die den persönlichen Ansprüchen genügt und nach aktuellem Stand der Technik mit Sorgfalt hergestellt wurde, ist eine gute Füllung. Das oberste Ziel ist ein dichter, glatter Füllungsrand und die Stabilisierung des durch die Karies ausgehöhlten Zahnes. Mit weissen Füllungsmaterialien können zugleich auch ästhetische Ansprüche befriedigt werden.

Bis in die frühen 90er Jahre wurde mangels gleichwertiger Alternativen als gängigstes Füllungsmaterial Amalgam verwendet. Amalgam besteht im Wesentlichen aus einer Metalllegierung und enthält ca. 50% Quecksilber und zu 50% ein Gemisch aus Silber, Zinn, Kupfer, Zink und anderen Spurenelementen. Amalgam geriet wegen des Quecksilbergehaltes immer mehr unter Beschuss und wurde an den meisten Orten durch Kunststoff (Komposit) abgelöst.

Die modernen Kunststoffe sind gut entwickelt und bieten, richtige und minutiöse Verarbeitung vorausgesetzt, bessere Möglichkeiten die Zähne zu restaurieren, als dies mit Amalgam noch möglich war. Der grosse Vorteil stellt die innige Verklebung mit der Zahnsubstanz dar. Diese Verklebung ermöglicht eine dauerhaft dichte Füllung. Ausserdem sind die Materialien zahnfarben und ermöglichen somit unsichtbare Füllungen.Bei sehr grossen Füllungen kommt öfters Keramik zum Einsatz. Keramik wird als Kopierfräsung (CAD) oder im Labor, auf einem Modell als Vorlage, hergestellt. Die Keramikfüllungen werden ebenfalls mit der Zahnsubstanz verklebt und ermöglichen somit allseitig dichte Füllungsränder. Goldfüllungen (Legierungen aus Edelmetall) sind wegen der mangelnden Ästhetik stark in den Hintergrund geraten. Diese wurden v. a. seit den 50er Jahren als hochwertige und langfristig dauerhafte Lösung eingesetzt.Nicht zuletzt kommen diverse Zemente und Kunststoffe als Provisorien zum Einsatz.

Füllungswechsel ohne spürbare Anzeichen von Problemen?

Die Beobachtungen beim Entfernen von älteren Füllungen ergeben, dass mehr als die Hälfte aller mit Amalgam gefüllten Zähne, ohne Symptome von Schmerzen, Risse in der Tiefe (unter der Füllung) aufweisen. Sehr eindrücklich kommt dies bei Betrachtung mit einer Vergrösserung (mit Lupenbrille oder Mikroskop) zum Vorschein. Falls bei einem Zahn mit Riss die bestehende, undichte (Amalgam-) Füllung nicht durch eine klebende Kunststoff- oder Keramikfüllung ersetzt wird, oder die Klebeverbindung wegen mangelhafter Verarbeitung nicht etabliert ist, kommt es früher oder später fast immer zu einer Wand- oder Wurzelfraktur (siehe Schemas). Somit können mit einem Füllungsersatz bei verdächtigen älteren Füllungen, auch wenn nichts spürbar ist, Notfallsituationen und kostspieligere, grössere Behandlungen vermieden werden.

Matchentscheidend: Die Verarbeitungstechnik

Die wesentliche Voraussetzung für eine langfristig stabile Füllung ist aber die korrekte, minutiöse Verarbeitung. Komposit / Keramik verträgt keine Feuchtigkeit bei der Verarbeitung und sollte deshalb unter Verwendung eines Gummituches ("Kofferdam") gelegt werden. Die Schrumpfung des Komposits bei der Polymerisation ( ="Härtung", wird heute ausschliesslich mit Blaulicht gemacht) kann durch entsprechend kleine Portionierung beim Legen bei kleinen oder mittelgrossen Füllungen annähernd kompensiert werden. Keramikfüllungen weisen eine sehr schmale Zementfuge auf, so dass sich die Schrumpfung nicht auswirkt. Der grosse Vorteil besteht darin, dass diese Füllungsmaterialien mit dem Zahn verklebt werden. Somit wird das Zahninnere (z.B. Zahnnerv) gegen Einflüsse von aussen durch die Abdichtung geschützt (Bakterien können sich nicht im Zahninnern ansiedeln) und ausserdem stabil geschient. Das heisst, ein bestehender Riss (siehe Foto/Schema) kann stabilisiert werden.

Fuellung

Siehe auch