Dr. Jeblinger - Lexikon

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Milchzähne

in neu durchbrechender Zahn ist immer gesund, ausser wenn Entwicklungsstörungen im Zahnbein oder Zahnschmelz (selten) aufgetreten sind. Die weit verbreitete Meinung, die Milchzähne könnten vernachlässigt werden, weil sie später ja ohnehin durch das bleibende Gebiss ersetzt würden, ist leider falsch. Nur ein vollständiges, gesundes Milchgebiss erlaubt es dem Kind, richtig zu kauen und damit auch alles essen zu können.

Wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Vererbungsfaktoren auf die Zahnfäulnis keinen Einfluss ausüben. Wenn Eltern schlechte Zähne haben, so bekommt das Kind nicht auch schlechte Zähne, denn jeder Zahn, der in die Mundhöhle durchbricht, ist gesund und frei von Karies.

Nur ein gutes Milchgebiss garantiert dafür, dass auch die bleibenden Zähne ohne Schwierigkeiten wachsen. Vorzeitiger Milchzahnverlust führt zu Stellungsfehlern und starkem Platzmangel für die bleibenden Zähne. Die Milchzähne brechen im Durchschnitt wie folgt durch:

Zeitraum Durchbruch
6 – 8 Monate untere mittlere Schneidezähne
8 – 10 Monate obere mittlere Schneidezähne und untere seitliche Schneidezähne
10 – 14 Monate obere seitliche Schneidezähne
14 – 18 Monate obere und untere 1. Milchmolaren
18 – 24 Monate obere und untere Eckzähne
24 – 30 Monate obere und untere 2. Milchmolaren

Diese Milchzähne prägen den Kindermund für etwa dreieinhalb Jahre unverändert. Während sie zu Beginn noch sehr eng beieinander stehen, ist es wahrscheinlich, dass sich um das sechste Lebensjahr Zahnlücken bilden, was mit dem Wachstum des Kiefers zu tun hat. Diese Lücken werden später durch die viel grösseren bleibenden Zähne aufgefüllt.

Nach der Geburt sind erst zwei Drittel der Milchzähne im Kiefer des Kindes bereits fertig aufgebaut. Um die restlichen Zähne entwickeln zu können, braucht das Kind die nötigen Aufbaustoffe. Diese sind in der Muttermilch enthalten. Durch Brusternährung wird überdies Kiefer und Kaumuskulatur entwickelt. Vom dritten Monat an können frische Obst- und Gemüsesäfte oder -Breis den Ernährungsplan ergänzen. Spätestens nach dem ersten Lebensjahr soll das Kleinkind langsam zum Kauen erzogen werden. Wie bei den Erwachsenen ist der Zucker auch für die Milchzähne der grösste Feind. Deshalb empfiehlt sich sehr: