Dr. Jeblinger - Lexikon

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Parodontitis (Verlust von Stützgewebe)

Die Entstehung fast jeder Parodontitis kann durch vorbeugende Massnahmen verhindert werden. Dazu gehört, dass die Zähne regelmässig gereinigt werden und der Zahnarzt etwaige Krankheitszeichen frühzeitig feststellen kann.

Die Behandlung der Parodontitis hat zum Ziel, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und damit den Zahnverlust und teuren Zahnersatz zu verhindern.

Das Behandlungsziel kann nur erreicht werden, wenn der Patient an der Behandlung aktiv teilnimmt und die Anweisungen des Zahnarztes und der Dentalhygienikerin bezüglich Zahnreinigung strikte einhält. Die Parodontalbehandlung beschränkt sich auf recht einfache zahnärztliche Massnahmen, wenn sie rechtzeitig und im Anfangsstadium erfolgen kann. Es liegt nun am Patienten, die Zähne mit der richtigen Putztechnik sauber zu halten.

In fortgeschrittenen Fällen, wenn die Zahnfleischtaschen tiefer sind, wenn Eiterungen aus dem Zahnfleisch und Zahnwanderungen stattgefunden haben, wenn Fehlbelastungen einzelner oder aller Zähne festgestellt werden und wenn vielleicht schon Zähne verlorengegangen sind, wird eine aufwändigere Behandlung notwendig.

In diesem Stadium vor dem drohenden Zahnverlust muss das Zahnfleisch manchmal chirurgisch eröffnet werden, um die nötige gründliche Reinigung aller Gewebe zu ermöglichen. Der verlorene Knochen um die Zähne kann nur teilweise und mit entsprechendem Aufwand ersetzt werden. So sind die verbleibenden Zähne geschwächt. Die Behandlung dauert lange und verlangt von Patient viel Energie und Geduld. Deshalb sind – wie bei der Karies, frühzeitiges Erkennen und Behandeln äusserst wichtig.

Wie entsteht Parodontitis?

Die entzündliche Erkrankung des Zahnbettes, das aus Zahnfleisch, Wurzelhaut und Knochen besteht, wird als Parodontitis bezeichnet. Erstes und wichtigstes Zeichen, woran krankes Zahnfleisch erkannt werden kann, ist das Zahnfleischbluten. Jeder Erkrankte kann selbst im Badezimmerspiegel beobachten, dass das Zahnfleisch beim Zähnebürsten oder Benutzen der Zahnseide mehr oder weniger stark blutet. Blutendes Zahnfleisch ist aber niemals normal und immer ein Alarmzeichen einer entzündlichen Erkrankung des Zahnfleisches, das man ernst nehmen muss. Werden Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) nicht behandelt, so kann die Erkrankung auf das gesamte Zahnbett übergreifen. Es entstehen Zahnfleischtaschen und es kann sogar eine leichte Lockerung der betroffenen Zähne festgestellt werden (Parodontitis). Später wird der zahnhaltende Knochen abgebaut, und die Taschen werden tiefer, bis der Zahn keinen Halt mehr hat und schliesslich ausfällt. Alle diese Vorgänge verlaufen in der Regel sehr langsam, oft über Jahre hinweg. Schmerzen als mögliche Warnzeichen sind selten vorhanden, somit ist auch eine Selbstdiagbose unmöglich. Deshalb wird die Parodontitis häufig übersehen, bis eine Behandlung sehr aufwendig wird oder es bereits zu spät dafür ist.

Die Hauptursache der Parodontitis ist die Plaque, der weiche bakterielle Zahnbelag, der auf der Zahn- oder Wurzeloberfläche haftet.

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